Freitag, 31. August 2007

Weinkarte und ein Piccolo

Mittwoch – kurzes Treffen am Cafe Paris Tresen. Mit Klaus Peter Popp die grobe Struktur der Weinkarte besprochen.
Jetzt wird das “Trüffelschwein” losgelassen.
Zum Ende der Diskussion, kurzer Diskurs ob Piccolo Flaschen von Bedeutung sein könnten:

Link: zu sevenload - wurde leider gelöscht ...

Man möge uns verzeihen und nicht an der Ernsthaftigkeit unserer Idee zweifeln!

Donnerstag, 30. August 2007

Kniggeregeln für Batman und Robin

Gestern, früher Abend, keine Lust mehr aufs Büro – Zeit für einen Feierabend Drink. Große Hotelbar, eher ruhig. Der Pianist sorgt für angenehme Unterhaltung, der Barchef wie immer Bartender aus Leidenschaft mit Liebe zur Profession. Zum Erfrischen und Durst löschen Cynar mit Tonic, dann Bourbon, als Manhattan und Sour – wie immer erstklassig. Zwei Herren betreten die ruhige Bar und nehmen zielstrebig an Tresen platz. Sofort suchen Sie den Kontakt zum Barchef. Er, Profi wie immer, begrüßt freundlich mit Namen, die Herren sind bekannt. Recht schnell ist unfreiwillig mitzuhören, das die Herren von der Industrie sind. Abgesandte eines sehr großen Spirituosenkonzerns, Namen tun nichts zur Sache, nennen wir Sie Batmann und Robin. Sie eröffnen ein Gespräch und gehen gleich Volley das Sortiment der Bar durch. Habt Ihr gar nicht xxx? Können wir da nicht was machen ? Wieso macht Ihr den mit denen was?
Der Bartender, stets Profi, bleibt freundlich und gelassen. Als man Ihn endlich zu Wort kommen läßt – nüchterne Frage: “Haben die Herren einen Wunsch?”. Gestammel auf der Gegenseite. “Naja .. ein Wasser vielleicht” – sagt Batman. Robin bestellt “ich nehm ne Sprite…”. Man versucht eine Mischung aus Scherz und “muss ja noch Fahren” um diese Bestellung zu rechtfertigen.

Danach erneute Attacke auf den Bartender. Ja nicht aufhören zu reden – So verbietet es die Höflichkeit unserem Bar Profi, die Herren mit Ihrer Sprite und Ihrem Wasser allein zu lassen.
Nach knapp 15 Minuten ist das Schauspiel schlechten Benehmens vorbei. Batman und Robin zupfen an Ihren schwarzen Jackets und Fragen nach der Rechnung. “Gehts aufs Haus” – innerlich verneige ich mich vor dem Bartender – BRAVO – hätte ich auch so gemacht. Das Duo nimmt die Einladung selbstverständlich sofort an. Die Manschettenknöpe und die Breitling werden noch kurz einmal zurechtgerückt – sitzt auch alles? – Batman und Robin ziehen weiter – in die nächste Bar – Bartendern Zeit stehlen und sie mit belanglosem Gerede von Ihrer Arbeit abzuhalten: Alkohol an zahlende Kundschaft zu verkaufen und gute Gastgeber zu sein.

Knigge Regeln für Batman und Robin:

- Wenn Sie Business machen wollen, machen Sie einen Termin, laden den Bartender zum Business Lunch ein, besprechen was zu besprechen ist, zahlen die Rechnung und gut ist.
- Wenn Sie zu Öffnungszeiten eine Bar betreten, dann bitte mit der Absicht kein Business mit der Bar zu machen. Bekanntschaften pflegen oder machen – ja gerne. Sie können kommen, meinetwegen auch ein Wasser trinken, und sich unterhalten.
- Hands aufs Herz – Wenn Sie Alkohol verkaufen wollen, sollten Sie meiner Meinung nach allein schon der Authenzität wegen Abends in einer Bar auch Alkohol bestellen. Wenn Sie Alkopops im Supermarkt an Jugendliche verkaufen wollen, können Sie gern anders vorgehen – da haben Sie doch viel Erfahrung, oder?
Eine Bar, der Gralsort kultivierten Trinkens, sollte von Ihnen auch so behandelt werden. Warum wollen Sie sonst Ihre Produkte hier stehen sehen? Beweisen Sie Trinkkultur. Jeder wird verstehen, das Sie nicht den ganzen Abend über harten Alkohl trinken können – wie wäre es mit einem Wermut, einem Sherry, einem Port? Haben Sie nicht im Portfolio? Noch besser, können Sie ganz beruhigt mal was anständiges trinken. Trinken Sie einen Port, wenn Sie drei Bars am Abend besuchen wollen, nehmen Sie ein Taxi. Hamburg zumindest ist was Bar Hopping angeht, eher überschaubar. Die Taxi Kosten zahlt die Company nicht? Wie bitte? Mußte ich nicht gerade unfreiwillig mit anhören, wie großartig Ihre Firma und die Produkte sind? Ihre Budget reicht nichtmal für ein Taxi?
- Stellen Sie sich vor, Sie stehen hinter der Bar, vor Ihnen sitzen Ihr 10 wichtigsten Bartender, heute als Gast. Einer Ihrer Zulieferer betritt den Raum und fängt an vor Ihren Kunden über Ihr Geschäftsgebaren, Ihre Verträge, Ihre Produkte zu reden und diese in Frage zu stellen – Unangenehm oder? – Das Gleiche machen Sie aber jeden Abend, wenn Sie Bartendern in Ihrer Bar Ihren Marketing Mist erzählen wollen. Neben mir sassen noch andere Gäste in der Bar – was glauben Sie, wie Ihre Schmierenkomödioe auf die gewirkt hat?
Wenn ein Staubsaugervertreter plötzlich seine “Verkaufsaktion” in meiner Bar durchführt, erteile ich Ihm Hausverbot. Warum schlecht erzogenen Vertreter der Spirituosenindustrie geleiches tun dürfen und eine Art Narrenfreiheit besitzen, ist mir unbegreiflich. Meine Empfehlung an Bartender: Rausschmeissen und beim Vorgesetzten beschweren!
- Entspannen Sie sich! Auch andere Mütter haben schöne Töchter, weiss schon der Volksmund. Alle Großen Spirituosenhäuser haben einige echte Bartender-Lieblinge im Programm, viel Mittelmass und selbstverständlich auch Mist, der in keiner guten Bar stehen sollte. Sie sprechen hier mit Bartendern, Menschen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als sich mit Alkohol auseinanderzusetzen. Wollen Sie denen wirklich einen Bären aufbinden? Hören Sie auf über Ihre Brands zu reden. Und wenn sie sich beliebt machen wollen, sozusagen das Eis brechen möchten, ordern Sie doch mal einen Longdrink mit der Premium Spirituose des Mitbewerbers. Der FMCG Markt ist ein schneller. Wer weiss ob der heute schlecht geredete Mitbewerber-Brand nicht morgen in Ihrem Portfolio steht. Möglich ist alles.

Ich bitte nicht nur Batman und Robin, sondern eine Teil der geschätzten Spirituosenindustrie um freundliche Beachtung.
Das es hier auch eine Menge Profis gibt, die solches Reglement nicht benötigen ist klar, einigen kann es nicht schaden!
Nach dem frustrierenden Abend gestern kann ich nicht umhin für “Le Lion” schon mal eine kleine Hausregel auszugeben:

Hausregelnummer 1:

Vertreter aller Spirituosenfirmen und “Artverwandte” sind herzlich willkommen – Wer uns während unserer Öffnungszeiten, sozusagen im Barbetrieb, ein Verkaufsgespräch oder ähnliches in der Bar aufschwatzen will, sollte damit rechnen, vor die Tür gesetzt zu werden.

Falls Kollegen hier nennenswerte Verfehlungen “los werde wollen”, freue ich mich auf rege Kommentare – aber immer schön an den “Kommentar Schreiber Knigge” denken.

Text: Jörg Meyer

Ron Zacapa, Ron Botran & Grand Cru Champagner

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf. Im BARBAUblog hatte ich geschrieben, das wir Spirituosen, Wein und Champagner von sehr guter Qualität außerhalb des LEH’s suchen – kurz – Produkte die im LEH stehen, sollen soweit es geht nicht in unserer Bar ausgeschenkt werden.

Daraufhin rief mich Sven Trömel an. Er „hätte da was für mich“: Ron Zacapa. Dieser Begriff ist vielen Bartendern ein Begriff und die 23 Jahre alte Qualität hat nicht umsonst fünf Jahre hintereinander eine Goldmedaille und den ersten Platz in der Super Premium Kategorie gewonnen. “Ist Bekannt” konnte ich Ihm nur antworten und fügte gleich hinzu “und wird sicherlich im Le Lion ausgeschenkt !”. Ob ich denn auch das Zweite Produkt aus dem Hause kenne, Ron Botran und ob Grand Cru Champagner aus Ay nicht interessant wäre…

Ok. Er hatte mein Interesse gewonnen. Wir telefonierten ein wenig und ich schlug Ihm vor ein Verkostung seiner Produkte im kleinen Kreis von Bartendern und Weinhändler zu organisieren. Alle mitgebrachten Qualitäten an Ron und Champagner waren überzeugend, vom einfachen Botran, bis hin zum Ron Zacapa Centenario Etiqueta Negra. Vom Champagner, Francois Hémart und Henri Giraud ganz zu schweigen. Wir werden definitive ein, zwei Sorten Rum und einen Champagner aus seiner Range listen. Welche, genau, gilt es noch zu entscheiden.
Für andere Bartender ist der Kontakt zu Herrn Trömel in sofern interessant, als das es Ron Zacapa/Botran zu einem sehr guten Preis und auch in kleinen Mengen zu beziehen gibt. Hier nun, Ihre Kontakt nach Guatemala (und in die Champagne…):

SPT Handelsvertretung – Sven Trömel
Am Wehrgraben 14
30926 Seelze
Tel.: 0511 / 7126698
Superpremium Import GmbH
Gewerbepark Gebäude 19
83052 Bruckmühl
Tel.: 08062 729486
www.sp-import.com

Berlin, Lebensstern, Café bei MC Donalds

Letzte Woche, kurz Trip nach Berlin – der neue ICE – 1,5 Stunden machts möglich. Mittags hin, Treffen im Urhaus des Cafe Einstein. Beim Verlassen des Lokals treffe ich Michael Meinke, Triobar, zusammen mit einem Herrn von Diageo und dem Geschäftsführer des Café Einstein. Man zeigt uns die oberen Räume, die Bar Lebensstern.





Wow – ganz nach meinen Geschmack. Ein tolles Konzept! Der Barchef erscheint zum Mise en place – mir fehlt die Zeit für einen ersten Drink. Ich spreche kurz mit den Beiden und ich hoffe hier in kürze mehr von diesem neuen “Barprojekt” berichten zu können.
Meine Bitte an alle Leser – wenn Sie eine Neueröffnung planen, oder ein interessantes Barkonzept kennen, schicken Sie mir eine E-mail. Ich stelle es gerne hier vor. Der BARBAUblog dient nicht nur dem Vorstellen unserer kleinen Bar.
Aus dem Lebensstern ins Taxi – der Fahrer nimmt den Tunnel und somit komme ich knapp 10 Minuten vor der Abfahrt des ICEs im Bahnhof an. Zeit für einen Coffee to go – ich weiss, eine Unart Kaffee zu genießen und ich bin gerade dabei mir das “to go” wieder abzugewöhnen, aber auf einer stupiden Zugfahrt macht es einfach Sinn, insbesondere da die Kaffee Qualitäten der Deutschen Bahn nach meinen Geschmack nicht einmal mit denen der neuen MC Donalds Cafes mithalten kann.
Bei Mc Donalds nun, seh ich Sie – die gesuchten Mikroeiswürfel. Eine Hoshizaki Maschine mit Dispender macht das Eis, was ich seit einiger Zeit als Crushed Ice Upgrade suche – ich sollte öfter Fast Food essen. Nur 5 Sekunden, aber vielleicht erkennt der Ice Fetischist in Ihnen was ich meine:

(hier gab es einen Link zu Sevenload - Sevenload wurde leider gelöscht) 

Hoshizaki nennt das Eis Cubblet Ice und es gibt diese Maschine auch ohne Dispender, herkömmlich mit Auffangbehälter. Sie bieten auch ein Nugget Ice an, ähnlich, aber etwas kleiner. Mir persönlich sagt eher das Cubblet Ice zu. Hat jemand Erfahrung mit diesen Eissorten?
Adresse:
Lebensstern – Bar im Einstein
Kurfürstenstraße 58, 10785 Berlin
Tel: 030 – 263 91 922
www.lebens-stern.de

Text: Jörg Meyer
Foto: Jörg Meyer


Mittwoch, 29. August 2007

Wasser


“Wenn eine Anzahl Herren gleichzeitig an die Bar tritt, dann soll der Bartender erst jedem der Gäste ein Glas Eiswasser vorsetzen und sodann in höfflichem Tone fragen, was die Herren zu trinken Wünschen”
aus: Harry Jahonson, Handbuch für Bartender, 1900*.

Schon die Gründerväter unserer Profession wußten, das die Pflicht eines guten Gastgebers ist, den eigentlichen “Durst” der Gäste mit einem Glas Wasser zu stillen. Die Zubereitung eines alkoholischen Getränk, kann gerade bei großen Andrang einige Minuten dauern und so muß der Gast nicht mir leeren Händen im Barroom stehen. An diese alte Tradition anknüften servieren wir “Eiswasser” im Le Lion, selbstverständlich gratis. Die Qualität Hamburger Trinkwassers genießt einen Guten Ruf. Mit Hilfe einer Tafelwasseraufbereitungsanlage filtern wird dieses Wasser, mit Hilfe eines Durchlaufkühlers können wir dieses stehts gut gekühlt servieren.



Anlage: Oben Filter, Unten Durchlaufkühler für bis zu 6 Leitungen.
Die Anlage erfüllt die Anforderungen der Tafelwasser und Mineralwasserverordnung. Somit wird aus Trinkwasser – Tafelwasser, und könnte unter diesem “Namen” verkauft werden. Selbstverständlich bieten wir zusätzlich reguläres Mineralwasser in der Flasche an.

Die Anlage haben wir gebraucht bei Danielo von K.E.B.S. gekauft. Wir haben mit diesen Anlagen und K.E.B.S. im Café Paris, Atlas und der Streits Lounge sehr gute Erfahrungen gemacht. In den speiselastigen Lokalen wird das “Tafelwasser” gerade zur Mittagszeit als preiswerte Alternative geschätzt.
Gerüchten zufolge sind diese Anlagen dem einen oder anderen Steuerprüfer ein Dorn im Auge.

Anbieter: K.E.B.S
Danziger Str. 49
25474 Ellerbek
Tel. 04101 588770
Mobil. 0172 403 01 60
Text: Jörg Meyer
Bild: Jörg Meyer

* Nachtrag: Dank Stephan Berg, wurde hier ein Zahlendreher aufgedeckt. Bei der Ausgabe handelt es sich um eine 1900er, nicht 1890er. Sollten Sie irgendwann einmal in Verlegenheit kommen, eine historische Suche in Auftrag zu geben, wird Ihnen Stephan Berg, mit seiner sehr großen historischen barsammlung sicherlich eine Echte Hilfe sein können.
(Ganz nebenei gehören seine Cocktailbitters in jede gute Bar :->)

www.the-bitter-truth.com 

Wein für Bartender

Wein für Bartender…

Am Wochenende hatte ich das Vergnügen dreimal mit Bartendern über Wein zu sprechen.

1.) Situation – Night Cup, Donnerstag Nacht. Treffe zwei Bartender aus einer der besten Restaurant Bars der Stadt. Wir sprechen über Wein. Eher Desinteresse. Meine Frage: Welche offenen Rot Weine hab Ihr auf der Karte? 5 Stück, u.a. Rioja, Chianti, Bordeaux (Übrigens sehr gute Weine, ist auch ein gutes Haus) Aus welchen Trauben sind diese Rotweine gewonnen? – Schulterzucken -> Restaurantbar „5 Sterne“ Hotel.

2.) Situation – Freitag Mittag. Spreche mit einem Kollegen über Wein. “Wir haben nur offene Weine – brutal kalkuliert! Die Gäste sollen schließlich Cocktails trinken”

3.) Situation – Freitag, früher Abend. ” Wein interessiert mich nicht. Wir haben zwei einfache Weine weiß und drei einfache Weine rot offen – Rest sind Flaschenweine – keine Ahnung welche..

Hätten Sie die Traubensorten in Frage 1. gewusst? Es geht mir hier gar nicht darum, den Klugsch….er zu mimen. Nur hat die Begeisterung für gute Weine vorerst in Deutschland deutlich mehr Anhänger als die kleine Gemeinde echter Cocktail und Spirituosen Freunde. Diese Genussfreunde des Weins für den Bereich “Cocktails und Spirituosen” zu gewinnen, fällt, gerade in einer Restaurantbar, deutlich einfacher, wenn Sie Vertrauen in Ihre Person und Ihr Haus über Kompetenz im Weinbereich zeigen. Die Auswahl muss nicht groß sein, Sie müssen nicht geschwollen über Aromen philosophieren und müssen auch kein Sommelier sein. Wenn Sie Wein anbieten, sollte dieser nur anständig sein. Ihn „brutal“ zu kalkulieren überlasse ich Ihnen, schlechten Wein anzubieten ist indiskutabel. Gar keinen Wein anzubieten, finde ich dann ehrlicher und besser.
Eine Bar ist ein Ort des gepflegten Trinkens. Seltsamer Weise interessieren sich nur wenig Bartender für Wein. Sie haben oft ein hoch spezialisiertes Wissen über Spirituosen, Cocktails und Aromen, aber keinen Zugang zu Wein.
Die Gegenseite, der Sommelier, ist da meiner Meinung nach oft besser Aufgestellt. Neben einer tiefen Weinkenntnis hat er oft sehr gute Kenntnisse über Eau de vie und Brände, zumindest auch gute allgemeine Kenntnisse über Spirituosen im Allgemeinen.
Wenn Ihnen also demnächst mal wieder ein Bartender oder Kollege wie in Situation 2 geschildert etwas „von oben herab“ daherkommt, sehen Sie gelassen. Der Mann hat halt keine Ahnung und versucht es ungeschickt zu umspielen.
Le Lion wird einen kleine Weinauswahl, guten Champagner und einige Raritäten servieren. Über Preiswert ließe sich streiten und das ist auch nicht unbedingt das Ziel unserer Bar, billiges „brutal“ kalkuliert wird bei uns aber nicht geben. Klaus Peter Popp, “Weinnase” vom Cafe Paris, wird mir dabei eine große Hilfe sein.
Text: Jörg Meyer

Montag, 27. August 2007

Eis, Eis, Eis ...


Auf der Suche nach der Eismaschine…
“Eiswürfel sind das Gold der Barkeeper” – so eine alte Bar Regel. Böse Geister mögen nun gleich ausschließlich an die Profitgier einiger weniger Kollegen denken – aber meiner Meinung nach sind damit nicht nur Quantitäten, sondern vor allen auch die Qualitäten gemeint. Eis in der Bar erfährt spätestens seit dem Sasha Petraske im legendären Milk and Honey NY jeweils einen “passenden” Einwürfel pro Glas direkt vom Eisblock geschlagen hat eine Bedeutungs-Renaissance.


(Bild. Ice Petraske Style – Handgeschlagen, je Glas ein Würfel in Little Branch, New York)
Der Mann hat „eine Welle losgetreten. Ende 2005 sah ich zum ersten mal Bilder von Phillip Duff in einer Bar in Korea , in der er einen Eiswürfel „fand“ – der 5 x 6 x 7 (!!!) cm Masse hatte. Gemacht von einer Umgebauten Hoshizaki – dieses Modul ist aber nicht mehr erhältlich!
Es tauchten erste Videos im Netz aus Japan auf. „Cigarbar“ making a a ball of ice 
and serving a whisky on the rock
(der Cigarblog ist für mich leider unlesbar, die Videos oft ein Quell großer Barkultur)
Spätestens seit Angus Winchester erneut den fernen Osten bereiste und großartige Filme von der Eiswürfel Zubereitung ins Netz stellte, ist der Eis – Fetischismus unter Bartendern in Deutschland angekommen. „Size matters“ ist derzeit die Devise a deutschen Bars.

In Ermanglung an praktikablen Rieseneiswürfelmaschinen oder aber fähigen „auf der Hand“ Zubereitern erfreut sich ein Produkt eines schwedischen Möbel Hersteller seit einiger Zeit unter Bartendern größter Beliebtheit. SODA für 81 Cent. Wenn Sie also in Zukunft jemand mit 100 und mehr SODA Formen an der Kasse stehen sehen, seien Sie sicher, hier eröffnet jemand eine Bar!.
Unabhängig von Size, Supersize und handgeschnitzten Varianten gilt es nunmehr auch in Deutschland als ungeschriebenes Gesetz unter Bar Profis, das nur ein Volleiswürfel (ohne Loch, kein Kegel), ein guter Eiswürfel ist.
Audrey Saunders, vom Pegu Club NY, schrieb „Ice-Cold Thoughts“ in der 2. Ausgabe des „Mixologists – The Journal of the American Cocktail“ über die Kold Draft Eismaschine, die einen Volleiswürfel mit einer Größe von gut 4x4x4 cm produziert.
Kold Draft hat meinen Recherchen nach keinen „offiziellen“ Händler in Deutschland. Einige Händler, die diese Maschinen in der Vergangenheit führten, sprachen von schlechter Qualität und vielen Reparaturen. Unsere amerikanischen Kollegen konnten mir dies allerdings nicht bestätigen. Ohne Händler und Service in Hamburg, fällt dieser Produzent aber aus.
Bei einem Streifzug durch die in Deutschland erhältlichen Eismaschinen, wird man in der Regel recht früh auf den Hersteller Wessamat stoßen. Wessamat ist in der Vergangenheit bei mir und bei vielen Kollegen durch Qualität aufgefallen. Ein Großteil der Maschinen produziert leider nur Hohleiswürfel, einige wenige auch Volleiswürfel mit ca. 27 x 32 cm Kantenlänge. Der Hersteller bietet auch „Combi“ Geräte an: Würfeleis und Crushed ice in einer Maschine. Das Einzelgeräte, der Crusher, tut in einer anderen Unternehmung seit Jahren einen guten Dienst und ist grundsätzlich zu empfehlen.
Preislich attraktive scheinen Produkte aus dem Haus Icematic. Ich selber habe noch nie mit solch einer Maschine gearbeitet, werde mich aber schlau machen, was es damit auf sich hat. Erfahrungsberichte sind mehr als willkommen.
Mittlerweile aus „gleichem Haus“, Eiswürfelbereiter der Firma Scotsmann. Ebenfalls in vielen mir bekannten Betrieben im Einsatz. Die Kantenlängen des Eiswürfels konnte ich dem Datenblatt nicht entnehmen – wird recherchiert und folgt in kürze.
Zu guter letzt: Hoshizaki. In einem Cateringbetrieb haben wir seit gut zwei Jahren eine 240 kg Tagesleistung Volleiswürfel Maschine in Betrieb und sind damit mehr als zufrieden. Mit einer Kantenlänge von 32 cm produziert diese Maschine meines Wissens die größten in Deutschland erhältlichen Volleiswürfel. Das Eis ist fest und klar. Ich werde mich schlau machen, welche „kleineren“ Lösungen angeboten werden.
Phillip Duff berichtete mir, das Hoshizaki nun ein Modul für große Runde Eiswürfel anbietet. Ähnlich wie Sie Tom Jakschas für unser Traveling Mixologists Treffen in Köln angefertigt hat


Die Suche nach Crushed Ice wird ebenfalls interessant. Ich suche eher kleine Eisbrocken, oft Nuggets oder Cubblets genannt – statt üblichem Crushed Ice und bin gespannt, welche Lösungen hier mittlerweile in Deutschland angeboten werden.
In kürze mehr – Ich würde mich über Tips, Hinweise, Meinungen rund um das Thema EIS per Kommentar freuen.
Bilder: Jörg Meyer
Text: Jörg Meyer